turbo.264 im Turbo-Test

Bekannt ist elgato vor allem für seine TV-Lösungen namens EyeTV für den Mac. Mit dem turbo.264 bietet der Hersteller aber auch einen einzigartigen Stick, der als Ko-Prozessor wirkt und die Umwandlung von Film-Dateien mittels H.264-Codec übernimmt. Seit Mitte Mai bietet der Stick mit der neuen Software-Version 1.3 neue Funktionen. Wir haben den turbo.264 einem kleinen Praxistest unterzogen.

 

Lieferumfang und Installation

Zu aller erst fällt einem verpackungsverwöhnten Mac-User gleich die saubere und elegante Verpackung des turbo.264 auf, welche so eigentlich auch von Apple stammen könnte. Darin findet der Käufer natürlich den elgato turbo.264-Stick, eine CD mit der benötigten Software, ein kurzes Anschlusskabel und einen Quick Start Guide. Das Anschlusskabel ist vorallem dann nötig, wenn der etwas dickere turbo.264 direkt am USB Anschluss des Mac oder eine USB-Hub kein Platz hat. Den Begriff Quick Start hat elgato sehr wörtlich genommen und den entsprechenden Guide sehr knapp gehalten. Mehr gibt es allerdings auch nicht zu erklären, denn die Installation ist simpel.

1. turbo.264 anschliessen
2. CD einlegen und Programm auf den Mac kopieren
2. Software starten und dem Assistenten folgen

Installiert nimmt die Software in Version 1.3 nur rund 18.5 MB Speicherplatz ein.

Zünde den Turbo!

Während die erste Version der mitgelieferten Software noch verhältnismässig abgespeckt und noch etwas langsam daher kam, geht die aktuelle Version 1.3 um einiges flotter und vielfältiger an die Arbeit. Bisher konnte turbo.264 nur nach vier vordefinierten Einstellungen für iPod, Apple TV und die Sony PlayStation Portable konvertieren. Mittlerweile wurde die Auswahl um die Punkte iPhone und YouTube erweitert (mehr dazu weiter unten). elgato bietet unerfahrenen Nutzern und all denen, die es bequem und unkompliziert mögen, gute Voreinstellungen für schnelles und einfaches Konvertieren. All denen, die gerne das Optimum aus den zu erstellenden Film-Dateien holen wollen, bietet die neue Version die Möglichkeit, eigene ‘Pre-Sets’ mit etwas detaillierteren Einstellungen zu erstellen.

Die Bedienung des Programms ist dabei kinderleicht. Einfaches Drag & Drop der gewünschten Dateien genügt, um nach Wahl des Formats und einem Klick auf Start die Umwandlung zu beginnen. Selbstverständlich kann turbo.264 auch mehrere Filme im Sinne einer Stapelverarbeitung konvertieren. Tipp: Hier empfiehlt es sich, ein erstes Video einzufügen, die gewünschten Konvertiereinstellungen zu wählen und anschliessend alle anderen Videos einzufügen, die nun die gemachten Voreinstellungen automatisch übernehmen.

Nach erfolgter Installation der turbo.264 Software finden sich übrigens in Programmen wie QuickTime Pro, iMovie, Final Cut oder EyeTV entsprechende Exportoptionen, um den turbo.264-Stick die Export-Arbeit erledigen zu lassen.

Wie schnell ist der Turbo wirklich?

Der turbo.264 darf seinen Namen in Ehren tragen! Auf unserem aktuellen Test-iMac mit 2.4 GHz, 2 GB RAM, einer ATi RadeonHD 2600 PRO, Mac OS X 10.5.3 Leopard und Version 1.3 der turbo.264 Software erreichte der Stick eine Umrechnungs-Geschwindigkeit von 100 bis 120 frames per second (fps, Bilder pro Sekunde), ohne überhaupt warm zu werden. Eine gewöhnliche Film-Datei spielt mit 25 fps ab (mehr nimmt das menschliche Auge nicht wahr). Nun darf sich gerne jeder selber ausrechnen, wie viel Zeit er beim Konvertieren seiner Filme einsparen würde, wenn der Stick knapp 5mal schneller der Wiedergabedauer umrechnet. Dabei wird der Hauptprozessor um einiges entlastet, so dass man sich nebenher problemlos noch komfortabel mit anderen Tätigkeiten beschäftigen kann.
MacWeb übernimmt an dieser Stelle natürlich keine Garantie, dass der turbo.264-Stick stets die erwähnte Leistung erreicht. Jedoch hinkt bei unserem Test selbst das aktuelle QuickTime Pro 7.5 hinterher und konvertiert über den ausgelasteten Core 2 Duo Prozessor wesentlich langsamer.

Formate hin, Formate her

Einlesen kann der turbo.264 alle gängigen Formate, wobei die Software die Unterstützung von Haus aus mitbringt und daher zur Umwandlung auch keine QuickTime Pro Lizenz benötigt wird. Für YouTube-Nutzer ist die aktuelle Version 1.3 sicherlich eine Arbeitserleichterung, denn sie kann die gewünschten Filme automatisch für das Videoportal umwandeln und direkt mit einer Beschreibung und definierten Such-Tags hoch laden. Benötigt werden natürlich die Account-Angaben.

Wie der Name des kleinen Geräts schon erahnen lässt, ist er vollständig auf den standardisierten H.264-Codec spezialisiert. Alle exportierten Filme kommen also als MPEG-4-Dateien mit H.264 in der Video- und AAC in der Audio-Spur daher – optimal für alle Multimedia-Geräte wie iPod, iPhone oder Apple TV von Apple und Sonys PlayStation Portable.

Fazit

elgatos turbo.264 ist ein unglaublich starker, kleiner Helfer für alle, die viel mit Video-Dateien arbeiten und diese schnell und einfach für die verschiedenen Apple-Geräte aufbereitet haben möchten. Das elgato-Gerät entlastet den Hauptprozessor ungemein und eignet sich daher gut als Ergänzung zu älteren und teilweise bereits zu schwachen Mac mit PowerPC G4 oder G5-Prozessoren. Ich persönlich war erstaunt, dass der kleine Stick selbst einen Intel Core 2 Duo mit 2.4 GHz mühelos in den Schatten stellt. Dies dürfte allerdings auch am bekanntlich langsamen QuickTime Decoder liegen.

Der elgato turbo.264 ist noch bis zum 30. Juni 2008 zum Sonderangebot von Eur 79.95 (ca. CHF 129.-) erhältlich. Die neue Software-Version 1.3 gibt es für bestehende Nutzer des Sticks kostenlos zum Download (via Programmeinstellungen).

Vielen Dank an elgato für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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