Mac OS X und Macs künftig im Baukastenprinzip?

Eine grosse Stärke des Macs war schon immer, dass dieser ab Werk gleich voll einsatzfähig war und Programme und Tools bot, die man von einem vorinstallierten PC mit Windows nicht kennt. Dazu zählen unter anderem natürlich die iLife Suite, Notizzettel, Lexikon aber auch diverse Dienstprogramme und Programme, die eher in den Bereich der Spielereien gehen. Was wäre, wenn Apple diese Zusatztools künftig nicht mehr integriert?

 

Wie so oft gilt auch hier nicht selten die 80-20-Regel. 20% der Software wird in 80% der Zeit genutzt. Die restlichen 80% der Programme kommen zusammen nur auf 20% Verwendungszeit.
Oder wer von Ihnen nutzt regelmässig Photo Booth, Chess oder aber auch den DVD Player?
Und verbringt hingegen Stunden nur mit Mail, Safari, iTunes und ggf. einem Programm für den produktiven Einsatz?

Mit dem neuen Mac App Store hat Apple einen Weg geschaffen, um schnell und unkompliziert Software zu verteilen. So gibt es dort iWork, iLife, Aperture und neu auch FaceTime für CHF 1.10 als eigenständige Applikation für Snow Leopard.

Was wäre, wenn Apple das kommende Mac OS X 10.7 Lion als kostengünstiges Update ausliefert, es aber um einige Programme beschneidet? So fehlt in der aktuellen Developer Preview die Mediacenter-Software Front Row als ein Beispiel. Wie viele Prozent der Anwender nutzen dieses Tool regelmässig?
Apple wäre durchaus in der Position, Lion ohne FrontRow auszuliefern und die Mediacenter-Software über den Mac App Store anzubieten – bei den „Mac OS X Essentials“.
Da gibt es dann auch FaceTime, Photo Booth, Boot Camp, Chess und den DVD Player auf Wunsch nachträglich zu kaufen.

Ausweiten lässt sich das dann natürlich auch auf den Mac an sich. iLife ist nicht mehr ab Werk dabei und die Programme lassen sich einzeln je nach Bedarf nachinstallieren.
Dass die Verkaufspreise der Macs dann aber definitv und sichtbar sinken müssten, wäre klar und sollte zu Gunsten der Kunden nicht nur eine Traumvorstellung bleiben. Sprich die Summe von Mac, aller „Mac OS X Essentials“ und iLife dürfte den ursprünglichen Preis des vollausgestatteten Macs nicht überschreiten. Realistisch? Wohl eher nicht.
Es ist kein Geheimnis, dass sich auch Apple keine Gelegenheit entgehen lässt, um an irgendeiner Stelle etwas zusätzlich Geld zu verdienen.

Der Baukasten-Idee wiederspricht hingegen das iPad 2. Dieses hat Apple mit FaceTime und Photo Booth eben um zwei Apps erweitert. Allerdings bietet auch die zweite Generation des Tablets noch keine angepasste Version der Wetter- oder Aktien-App. Hier muss sich der Kunde selber um eine Alternative bemühen, wenn überhaupt Bedarf besteht.

Nichts desto trotz bleibt das hier beschriebene Baukasten-Prinzip für Macs nur eine Idee ohne bestätigte Grundlage. Auf der einen Seite steht der Vorteil von günstigerem System und günstigeren Macs, auf der anderen Seite aber auch die künstliche Beschneidung des „Out of the box“-Erfolgsprinzips eines iMacs oder MacBooks. Wie Apple die Zukunft von Mac OS X und den Macs gestaltet, bleibt vorerst ein Geheimnis.

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