Das Schweizer Mac Jahr 1999

Sie kommen in Farbe! Anlässlich der MacWorld Expo im Januar 1999 hat Apple bekannt gegeben, dass seit der Einführung Mitte August 2008 bereits 800’000 iMacs verkauft wurden. Dies veranlasste Apple dazu, die iMacs in fünf neuen Farben zu präsentieren so die iMac-Saison 1999 zu eröffnen. Apple verpackte in die neuen Geräte einen schnelleren Prozessor und 6 GByte RAM. Den Preis senkte Apple zudem drastisch auf CHF 1’999.–. Das alte Modell gab es solange Vorrat für CHF 1’725.–. Ganz originell war der TV-Werbespot (YouTube Link).

Die farbige Frische der neuen iMac-Modelle war Apple nicht genug. Ab sofort erstrahlten die Desktop-Modelle in einem Blau-Weiss. Die neuen Geräte takteten mit bis zu 400 MHz und wurden mit aggressiven Preisen im Markt positioniert. So war das Einsteigermodell bereits für CHF 2’760.– zu haben. Passend dazu gab es auch neue Studio Displays in aktueller G3-Optik.

Für das 1. Quartal 1999 vermeldete Apple Computer einen Gewinn von 152 Millionen US-Dollar und eine Steigerung des Absatzwachstum von 49 Prozent. Das Wachstum beim Absatz lag drei- bis viermal höher als der Industriedurchschnitt, erwähnte Steve Jobs, Interims-CEO von Apple.

Im Februar 1999 kam Apple Works 5 auf die Welt. Das Softwarepaket war die Nachfolgeversion, der bisher unter ClarisWorks bekannten Office-Suite von Apple.

Im März 1999 öffnete der Apple Online Store für die Schweiz seine Pforten, nachdem im November 1997 der US-Store eröffnet hatte und im Jahr 1998 England und Schweden und anfangs Januar 1999 alle grossen Euro-Länder einen eigenen Store bekommen hatten. Ab sofort konnten auch die Schweizer Apple-Kunden ganz einfach nach dem Built-To-Order-Prinzip ihren Mac zusammenstellen. Wie der damalige Geschäftsführer von Apple Schweiz, Martin Hagger, meinte, ergäben sich dadurch keine Konflikte mit den traditionellen Kanälen.

Ab Anfang Mai wurde das Serverbetriebssystem Mac OS X Server in der deutschen Version ausgeliefert. Die erste Serverversion kostete CHF 925.–. Über einen Erscheinungstermin für eine End-User-Version hielt sich Apple aber noch äusserst bedeckt.

Durch die Popularität des iMacs suchte Apple neue Vetriebskanäle. Ab April war es deshalb möglich, seinen Mac auch bei Manor zu erwerben. In diversen Manor-Filialen wurden separate Mac-Ecken aufgebaut, in denen der iMac und zugehörige Peripherie verkauft wurde. Praktisch im gleichen Atemzug gab Apple bekannt, die Prozessorleistung bei gleichem Pricing auf 333 MHz zu erhöhen.

Immer noch zu relativ stattlichen Preisen gab es im Mai eine neue PowerBook-Serie mit 333 bzw. 400 MHz PowerPC-G3-Prozessoren. Neu war eine versprochene Batterielaufzeit von bis zu 10 Stunden sowie ein Gewicht von weniger als 2.7 Kilogramm. Zudem war erstmals ein USB-Anschluss integriert. Die Geräte waren für CHF 4’470.– zu haben.

Anlässlich der WWDC gabs Mac OS 8.6; für alle 8.5-Nutzer war es kostenlos und verbesserte primär die Suchfunktion.

Anfangs Juni verpasste Apple den G3-Desktop-Rechner einen grösseren Prozessor; dies bei gleichbleibenden Preisen.

Der iMac zum mitnehmen war da – das Apple iBook. Angeknüpft an den Erfolg des iMacs präsentierte Apple im Juli 1999 das iBook, welches dann ab September erhältlich war. Passend zum iMac war das iBook ebenfalls in durchscheinenden Farben erhältlich. Zur MacWorld Expo in New York präsentierte Apple auch die drahtlose Netzwerklösung Airport. Die Begeistung war gross, als Steve Jobs ohne Kabel mit dem iBook im Internet surfte.

Im September läutete Apple das G4-Zeitalter ein. In gleicher Form aber neu gräulich gab es die G4-Dekstop-Modelle. Trotz besserem Prozessor, mehr Arbeitsspeicher und grösserem Festplattenspeicher konnte Apple die Preise der G3-Vorgängermodelle halten. Selbstverständlich gabs dazu auch das passende Display.

Für den professionellen Videoschnitt stellte Apple erstmals Final Cut Pro vor.

Um den Retail-Verkauf noch stärker auszubauen, verkündende die Post zusammen mit Apple eine Zusammenarbeit, um den iMac über ausgewählte Poststellen vertreiben zu können.

Zur Orbit 99 in Basel gab es selbstverständlich wieder einen Apple Power Park, in dem alle neuen Apple Produkte bestaunt werden konnten. Es nahmen zudem 22 Partner teil.

Im Oktober 1999 stellte Apple Mac OS 9, das Betriebssystem für das Internet-Zeitalter, vor. Vorallem neu war die Möglichkeit, dass sich mehrere Nutzer am Mac individuell anmelden konnten und so zu ihrem persönlichen Desktop mit den gewünschten Benutzereinstellungen gelangten. Dank dem Schlüsselbund war es möglich, benutzte Passwörter zentral und sicher unter einem Masterpasswort zu verwalten. Zudem wurde die Software-Aktualiserung übers Internet eingeführt. Erhältlich war Mac OS 9 für CHF 179.– ab anfang November.

Ebenfalls im Oktober überraschte Apple mit neuen iMac-Modellen. Neu waren der iMac, der iMac DV und die iMac Special Edition. Zum betrachten von Filmen gab es für die DV- und SE-Modelle erstmals ein eingebautes DVD-Laufwerk. Um Videos zu bearbeiten, stellte Apple die Software iMovie vor. Damit Camcorders an den iMac angeschlossen werden konnten, wurden die Profi-Modelle mit FireWire-Anschlüssen ausgestattet. Das Einsteigermodell wurde im Preis drastisch gesenkt, es kostete nur noch CHF 1’699.– und war in der Farbe Blueberry erhältlich. Die DV-Modelle waren in den altbekannten Farben verfügbar und die SE-Version für CHF 2’599.– war in Graphite erhältich.

Mit Freude verkündete Apple, dass man das vierte Quartal des Geschäftsjahres 1999 mit 111 Millionen US-Dollar Gewinn abgeschlossen hatte und im ganzen Fiskaljahr 1999 601 Millionen US-Dollar Gewinn erwirtschaftet worden war. Vorallem die neuen Consumer-Geräte trugen positiv zum Erfolg bei, wie Steve Jobs meinte.

Per 1. November 1999 übernahm die Data Quest AG die Firma BüroMac. Bereits vor einiger Zeit wurde BüroMac aus dem Waser-Konzern ausgegliedert und an die Systrade verkauft, welche diesen nun wiederum veräusserte. Seitens der Data Quest wurde bestätigt, dass BüroMac mit einigen strukturellen Problemen zu kämpfen hatte. Leider werden nicht alle bestehenden Filialen vollumfänglich übernommen. Die Standorte Zürich, Bern und Zug blieben erhalten; in Basel, Buchs und Baden gab es ab sofort keinen BüroMac (bzw. Data Quest) mehr. Die BüroMac-Letec-Filiale in St. Gallen wurde an die Letec verkauft. Durch den BüroMac-Deal wurde die Data Quest AG vor der Letec AG zum grössten autorisierten Apple Händler in der Schweiz.

 

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