Das iPad – der Tag danach

Was man hoch wirft, fällt weit hinunter. Dies trifft auch auf das neue iPad zu. Dank schier unzähligen Gerüchten, Vermutungen, wilden Spekulationen und dem ausserordentlich grossen Interesse selbst abseits der üblichen Kreisen, wurde der ominöse Tablet-Computer vorab zu einem wahren Wundergerät gemacht, was die Welt revolutionieren soll. Man erwartete schlicht die eierlegende Wollmilchsau. Nach der Vorstellung an der Keynote von Steve Jobs ist die Ernüchterung über das neue Wundergerät gross.

 

List man sich durch die diversen Webseiten und Webforen, so sind doch einige Surfer vom Apple iPad enttäuscht. Zu hoch wahren wohl diesmal die Erwartungen an Steve Jobs und das Unternehmen aus Cupertino in Kalifornien. Auch die aktuelle MacWeb Umfrage zeigt das selbe Stimmungsbild. Die Mehrheit möchte das iPad mal vorerst im Auge behalten. Satte 46% sind aktuell aber nicht wirklich von Apples jüngstem Wurf überzeugt.

So sind auch etliche Nachrichtenportale bereits auf und daran, aufzuzählen, was das iPad nun eben nicht kann.
Dazu zählt die Unterstützung von Flash. Das Format, welches in vielen Webseiten und bei Webvideos zum Zuge kommt, kann auch das iPad, genau wie das iPhone, nicht darstellen. Dies wurde bisher mit hohem Hunger an Ressourcen seitens Adobes Flash abgetan. Auch Flash-Hersteller Adobe zeigt sich darüber enttäuscht. Zumal scheint hier Apple vermehrt an HTML5 zu denken, welches viele Funktionen und Möglichkeiten von Flash bietet. Selbst YouTube bietet neuerdings seine Videos in HTML5-Versionen an (wir berichteten).

Ebenso klagt man über die aktuell fehlende Kamera am iPad. Soll diesen nun vorne sitzen für Video-Chat oder hinten, um Fotos zu machen? Oder gleich beide Varianten? List man durch die Webforen, hat man das Gefühl eine Front-Kamera sei unabdingbar. Doch Videotelefonie hat sich auch an Desktop PCs oder bei UMTS-Handys noch nie wirklich durchgesetzt. Dafür scheint die Welt schlicht noch nicht bereit. Über den fehlenden Kamerasatz an der Rückseite lässt sich natürlich streiten. Auch hier scheint es aber wohl mehr ein Wunschdenken, als tatsächlich praktischer Nutzen zu sein. Der Autor dieses Berichts würde persönlich ungern ein rund 10 Zoll grosses Gerät hervorholen, um schnell einen Schnappschuss zu machen. Denn für bessere Fotos sind Handykameras auch aktuell noch nicht wirklich nutzbar. Wer das iPad kauft, wird zudem sehr wahrscheinlich sowieso schon ein iPhone mit Kamera besitzen.

Doch wir lassen uns von Apple überraschen. Es dürfte nicht verwundern, wenn Apple mit der ersten Generation des iPads erst einmal den Markt testet. Kommt das Gerät überhaupt an? Mit dem Preis ist das iPad sicherlich konkurrenzfähig. Hätte Apple hier noch weitere Hardware und Features eingebaut, wäre der Preis auf jeden Fall noch ein Stück höher ausgefallen und hätte wiederum hier Kritik aufgeworfen.

Ein weiteres Kriterium stellt die momentan fehlende Fähigkeit zum Multitasking des abgewandelten iPhone OS auf dem iPad dar. Erste Tester, die das iPad in der Hand hielten, sprechen davon, dass sich nur eine App auf einmal ausführen lässt. Aus welchem Grund hier Apple das Multitasking der Apps noch unterbindet, ist unklar. Auf jeden Fall ist die Bedienung damit einfacher, die Produktivität je nach Situation im Vergleich zu einem vollwertigen Mac allerdings etwas eingeschränkt.

Dennoch kann das iPad zum Erfolg werden und die Welt mit Hilfe der Tablet-Computer anderer Hersteller auf ein neues Niveau des digitalen Konsums bringen. Bis Apple das Gerät im März in den USA anbietet, können sich kleine Details immer noch ändern. Auch beim iPhone nahm Apple noch kleine Verbesserungen kurz vor dem Release vor. Es ist auch klar, dass Apple mit der zweiten Generation des Geräts weitere Features hinzufügen wird, sobald der Markt und die Technologie dafür reif sind.

Gerne lesen wir Ihre Meinung weiterhin als Kommentar zur gestrigen iPad-News, zu diesem Bericht oder in unserer MacWeb Umfrage.

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